
Sexueller Kontakt mit Tieren Seminararbeit in der Veranstaltung „Sexuelle Störungen"
(Psychologie) bei Prof. Christine Möller, Universität Siegen Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Bezeichnungen und Definitionen 2.1 Allgemeinsprachlich 2.2 Fachsprachlich 3 Art der Kontakte 3.1 Konstellationen 3.2 Tiere 3.3 Praktiken 3.3.1 Onanie und Fellatio 3.3.2 Koitus 3.3.3 Praktiken bei triolistischen Verhältnissen 3.3.4 Speziell paraphile Praktiken 4 Zugang 5 Verbreitung und Häufigkeit 5.1.1 Personen 5.1.2 Nicht pathologische Kontakte 5.1.3 Pathologische Kontakte 6 Gesellschaftliche Rezeption 7 Diagnostische Kriterien 8 Ursachen 8.1 Latenz und zufälliges Erlebnis 8.2 Freie Wahl des Sexualpartners Tier 8.3 Bedürfnis nach Liebe, körperlicher Nähe und Wärme 8.4 Das Tier in der Vermittlerrolle 8.5 Instrumentalisierte Selbstbefriedigung 8.6 Ersatz für einen humanen Sexualpartner 8.7 Infantile Verwirrung 8.8 Tiere als Ersatz für Paraphile 8.9 Tierbezogene Paraphilien 9 Folgen 10 Zusammenfassung und Stellungnahme 11 Anhang 11.1 Literaturliste 11.2 sonstige Quellen 11.3 „Zoo-Code" 1 Einleitung Das Thema „Sexueller Kontakt mit Tieren" ist interessant, weil es so wenig erklärlich scheint. Denn wohl jede andere Art sexuellen Verhaltens, mag es auch noch so entfremdet sein, nimmt noch Bezug auf menschliche Geschlechtspartner. Außerdem wird keine Art sexuellen Verhaltens durch die Standardsprache derart stigmatisiert wie der Tierkontakt - kraft der Bezeichnung „Sodomie", die an DEN christlich-abendländischen Ort der Sünde erinnert. Und obwohl das Bereden und Zeigen paraphiler Praktiken zum TV-Alltag geworden ist, ist der sexuelle Tierkontakt kaum ein öffentliches Thema. Josef Massen, der 1994 das im deutschen Sprachraum umfangreichste Werk über sexuellen Kontakt mit Tieren veröffentlichte, schreibt: „Ja, man kann sagen, daß es das letzte Tabu in Sachen Sexualität ist." 2 Bezeichnungen und Definitionen 2.1 Allgemeinsprachlich Die standardsprachliche deutsche Bezeichnung für „Geschlechtsverkehr von Menschen mit Tieren" lautet „Sodomie" (DROSDOWSKI, Rechtschreibung, 665) und ist eine gelehrte Entlehnung des 16. Jahrhunderts aus dem gleichbedeutenden lateinischen Wort „sodomia". Bereits seit dem 15. Jahrhundert existiert das Wort „Sodomit" im deutschen Sprachgebrauch als Bezeichnung für „jemanden, der Sodomie treibt", zurückgehend auf das spätlateinische Wort „Sodomita", ursprünglich die Bezeichnung für einen Einwohner der Stadt Sodom. (DROSDOWSKI, Etymologie, 679) (Laut dem Duden-Band „Rechtschreibung" hat das Wort „sodomia" neulateinischen Ursprung, laut dem Duden-Band „Etymologie" hat es spätlateinischen Ursprung.) Zugrunde liegt den Wörtern der Name der biblischen Stadt Sodom, die berüchtigt war für das lasterhafte und ausschweifende Leben ihrer Einwohner (DROSDOWSKI, Etymologie, 679) und laut des Alten Testaments von Gott mit Schwefel und Feuer vernichtet wurde: „Der Herr sprach also: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist laut geworden, und ihre Sünde, ja, die ist schwer." (1. Mose [Genesis] 18, 20) (BIBEL, 19); „(...) er vernichtete von Grund auf jene Städte und die ganze Gegend, und auch alle Einwohner der Städte ..." (1. Mose [Genesis] 19, 24) (BIBEL, 20) Ursprünglich wurde „Sodomie" allgemein im Sinne von „widernatürliche Unzucht" gebraucht. (DROSDOWSKI, Etymologie, 679). Die Kirche hat alle Sexualpraktiken als Sodomie bezeichnet, die nicht der Zeugung dienten; sogar den Verkehr mit Nichtchristen. (MASSEN, 7) Die Bibel erklärt nicht eindeutig, welche Sünden die Einwohner begangen hatten. (BORNEMANN, 788) Es gibt jedoch Hinweise, daß das biblische Wort ursprünglich ausschließlich Homosexualität bezeichnet hat: „Die Moraltheologen (...) haben immer richtig, d. h. im Sinne der Genesis, unterschieden zwischen: Sodomia, i. e. concubitus cum persona ejusdem sexus, und Bestialitas, i. e. concubitus cum bestia." (KRAFFT-EBING, 421) Im englischen Sprachgebrauch steht Sodomie („sodomy") heute noch auch für homosexuelle Praktiken (HORNBY, 1214); in der französischen Standardsprache bedeutet es gar ausschließlich „Analverkehr". Trennschärfer im Französischen ist „Bestialité" (ALBIN, 586); im Angloamerikanischen wird „Bestiality" als Bezeichnung für Sexualität von Menschen mit Tieren gebraucht. (HORNBY, 102) Das populäre Wörterbuch „Die neue Rechtschreibung" des Bertelsmann-Verlags übersetzt noch in seiner neuesten Auflage „Sodomie" als „Unzucht mit Tieren" und definiert „Unzucht" als „unsittliche geschlechtliche Handlung". (BERTELSMANN) Praktizierende „Sodomiten" möchten sich als „Zoophile" bezeichnen lassen, ihre Praktiken als „Zoophilie". Sie nennen Zoophilie eine partnerschaftlich betonte Sexualität mit dem Tier (FAQ, 2.2) und verwenden auch die Bezeichnung „Zoosadismus", um zwischen „liebevollen Handlungen und Gewalttätigkeiten" unterscheiden zu können. (FAQ, 2.1.) Das Wort „Zoophilie" stammt von dem griechischen „zoion" (Lebewesen, Tier) und „philos" (liebend, Freund). (DROSDOWSKI, Etymologie, 834 u. a.) 2.2 Fachsprachlich Sexuelle Kontakte zwischen Mensch und Tier werden grundsätzlich als vom Menschen ausgehend definiert. Bornemann nennt dies ein Mißverständnis. Im Altertum habe man die sexuelle Liebe zwischen Mensch und Tier gar völlig konträr verstanden: als die Liebe eines Tieres zu einem Menschen oder eines Gottes in Tierform zu einem menschlichen Wesen. (BORNEMANN, 880) Für sexuellen Kontakt von Menschen mit Tieren werden hauptsächlich zwei Bezeichnungen verwandt: „Sodomie" und „Zoophilie". Die Definitionen schwanken allerdings zwischen „sexueller Beziehung mit Tieren" (z. B. ARNOLD, 2096) und „Vollführen des Sexualverkehrs mit Tieren" (z. B. PETERS, 489). Quantitativ besetzt werden diese Bezeichnungen meist mit dem umfangreichsten empirischen Material zum sexuellen Kontakt mit Tieren, den Untersuchungsergebnissen des Kinsey-Instituts. Oft übersehen wird dabei, daß die Bezeichnung der Kinsey-Forscher („Tierkontakte") sehr weit definiert ist und keineswegs auf den Geschlechtsverkehr beschränkt ist. Aufgrund dessen werden die Kinsey-Ergebnisse häufig unzulässig uminterpretiert. So wird beispielsweise aus dem sexuellen Erlebnis eines Jungen, der sich an einem Tierkörper reibt und dabei keinen Orgasmus erlebt, ein vollzogener Geschlechtsverkehr. Zudem werden die Kinsey-Daten auf pathologische Definitionen von sexuellen Tierkontakten übertragen (vgl. Abschnitt 5.1.3, Absatz 2). Bemerkenswert ist, daß bereits vor mehr als hundert Jahren ein bedeutender Sexualforscher eine trennscharfe Terminologie einführte: Freiherr Richard von Krafft-Ebing. Ihm wird (z. B. von ARNOLD, 2594) die Einführung der Bezeichnung „Zoophilie" zugeschrieben. Krafft-Ebing brachte den Terminus mit seinem 1886 erschienenen Werk „Psychopathia sexualis" ein, mit dem „erstmals damit begonnen wurde, all das an Abarten zu sammeln, was in der Sexualität überhaupt vorkommt" (SCHORSCH, Liebe, 2). Somit stammt die Bezeichnung immerhin aus „dem Geburtsjahr der Sexualwissenschaft im engeren Sinne" (SCHORSCH, Liebe, 2). Als „Zoophilie" bezeichnete Krafft-Ebing indes nicht den Geschlechtsverkehr mit Tieren, sondern ausschließlich menschliche Tierkontakte wie Streicheln oder Schlagen, die bei der betreffenden Person eine sexuelle Erregung hervorrufen. (ARNOLD, 2594) Krafft-Ebing benutzte die Bezeichnung „Zoophilia erotica". Er benannte damit Fälle einer Art von Fetischismus, „in welchen Tiere auf Menschen aphrodisisch wirken". (KRAFFT-EBING, 222) Geschlechtsverkehr mit Tieren bezeichnete er allgemein als „Tierschändung", im pathologischen Sinne als „Zooerasterie" und im nicht pathologischen Sinne als „Bestialität". (KRAFFT-EBING, 423) „Wir glauben indes, auf diese Unterscheidung verzichten zu können", schreibt der Mediziner Alexander Hartwich 1965 in seiner freien Bearbeitung der „Psychopathia Sexualis". (HARTWICH, 63) Die ursprüngliche Differenzierung ist verschwunden. Generell wird heute Zooerasterie als Zoophilie bezeichnet. Oder als „Sodomie", wogegen ebenfalls stichhaltige Argumente bestehen, wenigstens etymologische (vgl. Abschnitt 2.1). Vergleichsweise trennscharfe Bezeichnungen existieren für Praktiken mit bestimmten Tieren (zum Beispiel „Kynophilie" für Sexualität mit Hunden), für Tierkontakte spezieller paraphiler Natur (zum Beispiel „Zoonekrophilie", „Tierfetischismus") oder für psychische Phänomene, die mit Tieren in Zusammenhang stehen. Das ist etwa die „Mixoscopia Bestialis" (die Lust, den Beischlaf zwischen Tieren oder zwischen Mensch und Tier zu sehen), die „Zooanthropie" (Identifizierung mit einem Tier) oder die sexuelle Perversion der Tiernachahmung, die „Zoomimik" (der Betroffene verlangt, beim Geschlechtsverkehr wie ein Tier behandelt zu werden und ahmt dieses Tier beim Koitus nach). (nach BORNEMANN) Manche Sexualforscher benutzen nach wie vor die Bezeichnung „Bestialität" für Geschlechtsverkehr mit Tieren (BORNEMANN, 78). Die Bezeichnung „bestialisch" bedeutet im deutschen Sprachgebrauch „unmenschlich", „grausam". (DROSDOWSKI, Rechtschreibung, 156) Die selbe Konnotation schwingt in einer anderen gängigen Benennung mit: „Zoostuprum" - griechisch „Tierschändung". (BORNEMANN, 882) Beide Bezeichnungen signalisieren die Vorstellung, bei jedem zoophilen Akt müsse Zwang auf das Tier ausgeübt werden. So erkennt man bei allen zoophilen Akten einen sadistischen Hintergrund. (wie z. B. HARTWICH, 66) Wir werden noch weiter darlegen, daß diese Annahme nicht richtig ist. Weil sexuelles Stimulieren durch Menschen offenbar von Tieren auch als positiv und erregend erlebt werden kann, wollen wir diese Bezeichnungen nicht generell für sexuellen Kontakt mit Tieren verwenden. Ebenso nicht die Benennung „Sodomie", weil sie zu stark moralisch besetzt ist und, wohl aufgrund ihrer umstrittenen Etymologie, lediglich im deutschen Sprachraum eindeutig belegt ist. Wir schlagen folgende Terminologie vor: für sexuelle Phantasien, Bedürfnisse oder Verhaltensweisen in Bezug auf Tiere;Zoophiliefür nichtpathologischen sexuellen Kontakt mit Tieren; Zooerasterie für tierbezogen pathologischen sexuellen Kontakt mit Tieren;Zoosadismusund entsprechende ähnliche Wortzusammensetzungen für sexuellen Kontakt mit Tieren, der auch tierunabhängig paraphiler Art ist. 3 Art der Kontakte 3.1 Konstellationen Sexualverkehr mit Tieren kommt bei Männern und bei Frauen vor. (PETERS, 489) Sexuelle Kontakte zu Tieren sind meist Beziehungen zwischen Frauen und Hunden oder zwischen Männern und Hündinnen. Auch homosexuelle Beziehungen (etwa zwischen Männern und Hunden, zwischen Frauen und Hündinnen) sind nicht selten. (BORNEMANN, 881) Solche Konstellationen bieten dem Mensch einen Vorteil: Er kann sicher sein, daß sein Partner nicht die Beziehung beendet oder später einmal intime Kenntnisse an Dritte verrät oder sie in Form einer Erpressung verwendet. (MASSEN, 73) Auch triolistische Verhältnisse (Kontakte zwischen zwei Menschen und einem Tier) kommen vor. (BORNEMANN, 881) Die Beziehungen müssen nicht einseitig, sondern können zweiseitig sein. Häufig kommt es bei den männlichen Tieren zur Ejakulation, und auch die weiblichen Tiere zeigen oft die gleichen Merkmale wie beim Verkehr mit ihrer eigenen Art. Grundsätzlich besteht auch kein Unterschied zwischen dem Paarungsversuch eines Tieres mit einem Menschen und Paarungsversuchen mit einer anderen Tierart (nach BORNEMANN, 881f), welche selbst unter den höheren Tieren und deutlich verschiedenen Arten bekannt geworden sind. (KINSEY, 619) Auch homosexuelle Beziehungen sind unter Tieren beobachtet worden. (BORNEMANN, 882) 3.2 Tiere Wer sexuelle Kontakte mit Tieren hat, wechselt selten die Tierart. Friedrich Nietzsche zum Beispiel hatte seine Leben lang eine starke Zuneigung zu einer bestimmten Tierart. Er liebte Pferde, obwohl er als junger Mann wegen einem Sturz von einem scheuenden Pferd verkrüppelt wurde. 1889 umarmte er in Turin weinend ein Droschkenpferd, weil der Kutscher es geschlagen hatte. (HÖGE) Das Kinsey-Institut fand heraus, daß in sexuelle Kontakte praktisch alle auf einem Bauernhof oder im Haus gehaltenen Tiere einbezogen sind. Männliche Jugendliche in städtischen Gebieten haben ihre sexuellen Beziehungen mit Haustieren, besonders mit Hunden und selbst mit Katzen, einige mit Ponys oder Tieren aus den Schlachthäusern der Stadt. Auf Farmen werden, wegen ihrer passenden Größe, am häufigsten solche Tiere wie Kälber, Esel und Schafe herangezogen. Der Kontakt findet aber auch mit größeren Vögeln statt (Hühner, Enten, Gänse). (KINSEY, 625f) Der Zoophile wählt seinen tierischen Sexualpartner hauptsächlich nach zwei Gesichtspunkten aus: Das Tier muß ihn sexuell reizen und verfügbar sein. Der Reiz hängt ab von Größe, Form und Sauberkeit des tierischen Geschlechtsteils und von der relativen „Schönheit" der Art. Allgemein werden kurzhaarige Tiere bevorzugt, die keinen unangenehmen Geruch haben. (MASSEN, 187) In den Gerichtsunterlagen rangiert bis ins 20. Jahrhundert das Pferd an erster Stelle der Objekte der Begierden. Das Wertschätzen und erotische Besetzen des Pferdes ging auch vom Militär aus ("Regimentsstute" bei der Armee, "Kommandantenkamel" bei der Fremdenlegion). Das Freizeit-Reiten nannte Gottfried Benn „Sodomiterei als Rasensport". (HÖGE) Weil Pferde relativ schwer verfügbar sind, werden andere Tiere häufiger herangezogen. In nördlichen Ländern sind dies Kühe, in südlichen Ländern Schafe und Ziegen. „Weltweit am häufigsten dürfte heute aber der Hund vom Menschen als tierischer Sexualpartner gewählt werden. Er ist fast überall ohne große Schwierigkeiten zu halten und geht nach kurzer Eingewöhnung sehr gerne auf die sexuellen Absichten der Menschen ein." (MASSEN, 187) Auch das Geschlecht der Tiere spielt eine Rolle bei der Partnerwahl. Die Reihenfolge der beliebtesten Tierpartner lautet wie folgt: männlicher Hund, weibliches Pferd, weiblicher Hund, männliches Pferd. (FAQ, 7.5) Welches Tier gewählt wird, hängt zudem von der Art der gewünschten Praktik ab. So sind Hunde für Cunnilingus besonders gut geeignet, weil sie - als Aasfresser - der Zersetzungsgeruch anzieht, der an den äußeren Genitalien entsteht. Für die weibliche Masturbation werden auch Vögel herangezogen. Diese lassen sich darauf dressieren, Nahrungskörner aus der Scheide herauszupicken. Oder es werden lebende Mäuse, Fische oder kleine Schlangen in die Vagina eingeführt. Die heftigen Befreiungsversuche der Tiere werden dabei als stark libidinöser Reiz empfunden. (MASSEN, 67) Für die Auswahl der Tierart zum Zwecke eines koitalen Geschlechtsverkehrs gilt offenbar folgende Faustregel: „Als Mindestgröße gilt in etwa der große Schäferhund, wobei sich dies auf das weibliche Tier bezieht. Der Grund liegt in der Größe des weiblichen Geschlechtsorgans, das groß genug sein muß, um den Penis aufzunehmen. Ist dies nicht der Fall, so sind Verletzungen des Tieres vorprogrammiert, welche zum Tode führen können, mindestens aber für das Tier sehr schmerzhaft sind. Männliche Tiere hingegen können durchaus auch kleiner sein. So sind kleine Rüden durchaus als Liebhaber im Einsatz, wenn auch eher selten." (FAQ, 7.12) 3.3 Praktiken Bei Frauen kommt es extrem selten zu einem Koitus mit Tieren. Bei ihnen beschränkt sich die Sexualität mit Tieren meist auf oral-genitale Kontakte. Bei den Männern ist die bevorzugte Kontaktform der vaginale Koitus (ARNOLD, 2097), ebenso häufig ist die Onanie des Tieres durch den Menschen. (KINSEY 626) Das Tier kann selbst Objekt sein oder darauf dressiert, den Menschen sexuell zu erregen. (DSM-III, 283) Es kann durchaus sein, daß das Tier eine sexuelle Leidenschaft entwickelt, (BORNEMANN, 881) denn „für das Tier sind wir lediglich eine andere Art (Tier)". (MASSEN, 31) Es gibt jedoch beispielsweise keinen Hund, der ohne Anleiten und früheres Erfahren in der Lage wäre, einen regelrechten Koitus mit einem Menschen auszuführen. (MASSEN, 35) Ein zu einem Koitusversuch aufspringender Rüde ist immer trainiert. (MASSEN, 37) 3.3.1 Onanie und Fellatio Onanie kann sowohl beim männlichen als auch beim weiblichen Tier vorgenommen werden, findet jedoch häufiger beim männlichen Tier statt, besonders beim männlichen Hund. Es wurden auch einige Angaben von Männern gemacht, die Fellatio an einem männlichen Tier ausübten. Sehr oft lassen sich ganze Gruppen von Jugendlichen in solches Betätigen ein. In einigen Fällen onaniert der Junge durch Reiben gegen den Tierkörper. Wenn ein Junge allein ist, kann er die Onanie bei sich selbst vornehmen, während er sie zugleich am Tier ausführt, und dies kann für den Jungen eine erhebliche erotische Stimulierung bedeuten. Zumindest in einigen Teilen der USA ist die Fellatio des Jugendlichen durch ein Kalb nichts Ungewöhnliches. (KINSEY 626f) Welche Art von Oralverkehr vollzogen wird, hängt auch von der Art des Tieres ab. Einschränkungen sind gegeben. So berichtet ein Praktizierender über Fellatio: „Ponys neigen dazu, auch mal zuzubeißen, um so zu erkunden, ob es was Freßbares ist. Ihre Zähne haben eine glatte Oberfläche, erzeugen meistens Quetschungen. Die Zahnkanten sind allerdings scharf und können bei seitlichem Kontakt einschneidend wirken. Wie ein Hundegebiß wirkt, brauche ich weiter nicht zu erklären. Daher sollte man den Penis nicht einfach in das Maul eines Tieres einführen. Lecken hingegen ist ungefährlich, solange das Tier nicht mehr erwischen will. Wer unbedingt seinen Penis einführen will, sollte sicher sein, daß das Tier diesen mindestens genauso sanft behandelt wie die Zitzen des ehemaligen Muttertieres, was manchmal jedoch ziemlich ruppig ist." (FAQ,.7.6) 3.3.2 Koitus Der aktive vaginale Koitus kann an Hündinnen, Stuten und anderen weiblichen Tieren ausgeführt werden. Der passive vaginale Koitus ist mit Hunden möglich, wobei die Frau den Penis mit der Hand festhalten muß, um ein Herausrutschen zu vermeiden. (MASSEN, 197) Bei der Penetration durch Hengste muß die Eindringtiefe beschränkt werden, zum Beispiel indem ein Ring um das Tierglied gelegt wird. (MASSEN, 201) Auch analer Sexualverkehr findet in geringerem Ausmaße statt. (KINSEY 627) Anale Praktiken kommen jedoch nur selten im Tierreich vor, (MASSEN, 23) deshalb sind hier Einschränkungen gegeben, weil das Tier am analen Penetriertwerden „kein Vergnügen hat, sondern es bestenfalls toleriert", wie ein Praktizierender berichtet. (FAQ 7.6) Der anale Koitus mit kleinen Tieren weist sadistische Züge auf. Bei Vögeln beispielsweise koitiert der Mann in die Kloake, wobei bei kleineren Arten die Kloakenöffnung aufreißt. Nach dem Eindringen durchstößt der Penis dann häufig die hintere Kloakenwand und öffnet so die Bauchhöhle, worin weitere Organe zerrissen werden. Die Tiere verenden meist an inneren Verblutungen, während oder kurz nach dem Koitus. (MASSEN, 190) Dagegen kann die anale Penetration durch ein Tier „aufgrund der andersartigen Geschlechtsorgane sehr unangenehm für den Menschen werden." (FAQ 7.6) So besitzen Hunde und Pferde zur Gliedversteifung einen Penisknochen. Der Durchmesser des erigierten Penis' eines großen deutschen Schäferhunds etwa beträgt zirka zehn Zentimeter. (FAQ 4.5) Dringt der Schwellknoten des Rüden bis hinter den Schließmuskel ein, „wird man für etwa 20 bis 40 Minuten fest mit den Tier verbunden sein." (FAQ 7.20) Allgemein gelte: „Damit man Analverkehr mit einem Tierpenis unbeschwert ausüben kann, sind Gleitmittel ein Muß. Besonders, wenn man einen Pferdepenis aufnehmen will." (FAQ 7.13) 3.3.3 Praktiken bei triolistischen Verhältnissen Bei triolistischen Verhältnissen läßt beispielsweise ein Ehemann seine Frau von einem Hund beschlafen, während er entweder zusieht oder an dem Hund oder an der Frau Pedicatio vornimmt. Auch der umgekehrte Fall kommt vor: Der Verkehr eines Ehemannes mit einer Hündin, bei dem die Frau zusieht oder von dem Mann gleichzeitig Cunnilingus vornehmen läßt. (BORNEMANN, 881) 3.3.4 Speziell paraphile Praktiken In vielen Fällen verbindet sich der sexuelle Tierkontakt mit Sadomasochismus. (PETERS, 439) Grundsätzlich kann er sich mit beinahe allen anderen Paraphilien verbinden. Dies bestimmt dann auch die Art der Praktiken. So gibt es unter Zoosadisten den bekanntes Typus des „Viehstechers", der Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen ermordet. In allen Städten gibt es spezialisierte Prostituierte, die solchen Menschen erlauben, Hühner, Tauben, Enten, Gänse und ähnliche Tiere bei oder vor dem Koitus zu quälen und umzubringen. Bekannt ist die Praktik des „coitus in anum" mit Hühnern und Gänsen, die ihren Höhepunkt findet, wenn man dem Tier den Hals umdreht oder abschneidet, um bei den Todeszuckungen zum Orgasmus zu kommen. (BORNEMANN, 882) 1959 wurde der Fall eines berühmten japanischen Tänzers namens Tatsumi Hijikata bekannt, der in einem Akt des Zoosadismus ein Tier tötete. (DVORSCHAK) 4 Zugang Wenn Menschen mit Tieren sexuell verkehren wollen, sind sie im Zugang zum Sexualobjekt recht eingeschränkt; sie können grundsätzlich nur auf eigene (Haus-)Tiere zurückgreifen. Weil aber nicht jeder die Tierart seines sexuellen Verlangens besitzt, verschafft sich mancher einen Zugang zu Tieren, der als „Fence-Hopping" („Zaunspringen") bezeichnet wird: Die Sexwilligen betreten fremde Grundstücke, wo sich die entsprechenden Tiere aufhalten. „Fence-Hopping" ist ein wichtiges Element im Verhalten vieler Betroffener und bringt nicht nur die Gefahr der Gesetzesverletzung mit sich: „Manche Fencehopper gehen dazu auch in fremde Ställe, um sich dort mit den Tieren zu beschäftigen. Daß dies nicht gerade ungefährlich ist, wird von manchen nicht berücksichtigt. So manch Pferdelover, der endlich mal Pferdesex 'ausprobieren' wollte, wurde dann in der Box von den Pferden an der Wand erdrückt, so daß dessen erstes Mal auch das letzte Mal war. Ein nicht gerade ungefährliches Vergnügen." (FAQ 2.17) Öffentliche Kontaktaufnahmen sind sehr schwierig. So sind Kontaktanzeigen in Sexmagazinen kaum möglich: „Die repressive und oft willkürlich scheinende Anwendung des § 184 StGB" habe dazu geführt, daß die Redaktionen heute einschlägige Anzeigen ablehnen oder Wörter wie „Tierfreund" oder „Tierliebhaber" aus den Anzeigentexten streichen. (MASSEN, 16) Austausch und Kontakte sind im Internet möglich. Dort existieren, neben pornografischen Angeboten, viele Diskussionsforen und Sachinformationen. Um beim Informationsaustausch nicht mit dem Pornographie-Paragraphen in Konflikt zu geraten, benutzen die „Zoos", wie sie sich im Internet nennen, einen Geheimcode zum Datenaustausch (s. 11.3), dessen Variablen einiges über die Gesprächsinhalte aussagt. In Deutschland gibt es zudem eine „Interessengemeinschaft Zoophiler Menschen", die über ein Kölner Postfach zu erreichen ist. (vgl. BESTIALITY-FAQ) 5 Verbreitung und Häufigkeit „Sexuelle Kontakte von Menschen mit Tieren sind seit Urzeiten in allen Rassen und Völkern bekannt", konstatierte Alfred Charles Kinsey (KINSEY, 620), ein Pionier der Sexualforschung und Professor für Zoologie. (KOPERNIKUS, 198) Seit den Untersuchungen des Kinsey-Instituts in der Mitte dieses Jahrhunderts ist empirisch belegt worden, daß der sexuelle Tierkontakt auch in unserem Kulturkreis und in unserer Zeit nichts Ungewöhnliches darstellt. (ARNOLD, 2096f) Heute sind sexuelle Tierkontakte am weitesten verbreitet in den Ländern des Islam und den besonders streng katholischen Ländern. (MASSEN, 75) Freilich ist zu bedenken, daß kein Land der Welt zuverlässige Zahlen über als „unnormal" eingestufte sexuelle Praktiken besitzt, was in der Angst der Menschen begründet liegt, die Wahrheit über sich zu entdecken. (BORNEMANN, 619) 5.1.1 Personen Kurz nach der Jahrhundertwende schrieb Sigmund Freud, der „sexuelle Verkehr mit Tieren" sei „besonders unter dem Landvolke gar nicht selten". (FREUD, Abirrungen, 59) Ein Wörterbuch der Psychiatrie von 1977 erläutert, Sexualverkehr mit Tieren werde meist vollführt von Schwachsinnigen, Alters- und Alkoholdementen, manisch Kranken, einsam lebenden Schäfern und Landarbeitern. (PETERS, 489) Bornemann unterscheidet zwischen ländlichen Tierkontakten, die meist von geistig beschränkten Menschen geübt werden, und städtischem Tierkontakt, der oft von Personen im vollem Bewußtsein ihrer perversen Natur praktiziert wird. (BORNEMANN, 881) Ein Lehrbuch der Psychiatrie (1973) nennt neben den einsamen Hirten und den Imbezilen auch noch die Personengruppe „Halbreife" und „weibliche Personen, die intim mit ihren Hunden leben". (BLEULER, 576) Krafft-Ebing konstatierte, der „Verkehr weiblicher Individuen mit Tieren" beschränke sich auf den mit Hunden. (KRAFFT-EBING, 422) Nancy Friday erwähnt 1978 in ihrem Buch „Die sexuellen Phantasien der Frauen", daß über die Hälfte der Befragten Phantasien mit Hunden hat. (HÖGE) Massen betont, der Personenkreis, der zu Ersatzhandlungen mit Tieren getrieben werde, sei sehr groß, denn „Millionen von Menschen leider unter religiösen oder moralischen Bestimmungen, die jeglichen heterosexuellen Kontakt vor der Ehe verbieten." Die Betroffenen suchen sich zwei Auswege: Homosexualität und Sexualkontakt mit Tieren. Zudem sei an all die Menschen zu denken, die aufgrund von Alter, abstoßendem Äußerem, wirtschaftlicher Schwäche und sozialer Benachteiligung keine Chancen haben, einen Partner zu finden. Viele dieser Menschen seien gefühlsmäßig oder finanziell nicht in der Lage, mittels der Prostitution ihre sexuelle Not zu lindern. Ursprünglich bezog sich die Redewendung „auf den Hund gekommen" sehr wörtlich auf die bedauernswerten Menschen, die sich in ihrer Einsamkeit einen Hund als Partnerersatz hielten. (MASSEN, 74f) Zudem existiert Prostitution mit Tieren, die meist von nicht entsprechend veranlagten Menschen vollzogen wird. (BORNEMANN, 881) Ein Fallbeispiel nennt Krafft-Ebing: „Ein monströses Beispiel von sittlicher Depravation in großen Städten ist der (...) Fall einer Weibsperson in Paris, die in geschlossenen Kreisen gegen ein Eintrittsgeld vor Wüstlingen sich damit produzierte, daß sie sich von einem abgerichteten Bulldogg begatten ließ!" (KRAFFT-EBING, 422) 5.1.2 Nicht pathologische Kontakte Das umfangreichste empirische Material zum sexuellen Kontakt mit Tieren erbrachte die Untersuchung des Kinsey-Instituts. Dabei handelt es sich um nicht pathologische Tierkontakte (vgl. Abschnitt 5.1.3, Absatz 2). Demnach hatten zum Untersuchungszeitpunkt, die Mitte dieses Jahrhunderts, zirka acht Prozent aller Männer und zirka 3,6 Prozent aller Frauen in den USA irgendwann einmal sexuellen Kontakt zu Tieren gehabt. Am verbreitetsten sind Tierkontakte bei der männlichen Landbevölkerung. (ARNOLD, 2096f) In einigen Gemeinden stellte man Verbreitungszahlen von bis zu 65 Prozent fest. 40 bis 50 Prozent aller Farmerjungen haben irgendeine Art von sexuellem Tierkontakt, entweder mit oder ohne Orgasmus. (KINSEY 622) Es gibt jedoch auch eine Anzahl von in der Stadt aufgewachsenen Jungen mit Tierkontakten (allein vier Prozent zwischen Pubertät und dem Alter von 15 Jahren) - und die Tatsache, daß die meisten Kontakte bei ihrem Besuch auf Bauernhöfen vorkommen, legt die Vermutung nahe, daß die männliche Stadtbevölkerung ebenso viele Tierkontakte wie die Landbevölkerung haben würde, wenn sie den gleichen Zugang zu Tieren hätten. (KINSEY 621) Bei den Häufigkeitszahlen kann es nur um „Minimum-Daten" handeln, gibt das Kinsey-Institut zu bedenken und verweist darauf, daß „zweifellos manches in den Berichten über diese Art der Kontakte verschwiegen worden ist." (KINSEY, 622) Trotz dessen konstatiert Kinsey: Von allen Formen der sexuellen Betätigung des Menschen stellt der Tierkontakt den geringsten Prozentsatz der Gesamt-Triebbefriedigung der Bevölkerung dar. (ARNOLD, 2096) Betrachtet man die Gesamtzahl der Orgasmen der Bevölkerung, entfällt nur ein Bruchteil eines Prozents davon auf den Kontakt mit Tieren. In der Zeit, in der solche Kontakte am häufigsten vorkommen, nämlich zwischen Pubertät und 20 Jahren, wird knapp ein Prozent der gesamten Triebbefriedigung auf diese Weise erlangt; die Zahlen sinken jedoch in den folgenden Altersgruppen schnell und stellen bei den nach dem 25. Lebensjahr noch unverheirateten Männern nur noch 0,04 Prozent dar. (KINSEY, 621) Im „Neuen Kinsey-Report" von 1990 wird auf Tierkontakte kaum noch eingegangen. (REINISCH, 180 u. a.) Der real praktizierte sexuelle Tierkontakt dürfte am verbreitetsten bei den quasi berufsmäßig mit Tieren Befaßten sein - bei Tierschützern, Tierfilmern und Tierpflegern etwa. Bei letzteren geht diese Neigung oft mit einer gewissen Menschenfeindlichkeit einher. Dokumentiert ist der Fall eines emeritierten Zoologen namens Stekel, der seit seiner frühesten Jugend sexuelle Tierkontakte hatte: „Noch heute ist es sein größtes Vergnügen, im Prater auf einem Holzpferd zu reiten." (HÖGE) 5.1.3 Pathologische Kontakte Die Zooerasterie ist eher selten (nach BROCKHAUS, Bd. 20, 410) und kommt in den letzten Jahrzehnten immer seltener vor. (MÖLLER, 163) In der „International Classification of Diseases" (ICD) der Weltgesundheitsorganisation ist sie unter „Sonstige" („Sonstige Störungen der Sexualpräferenz") eingeordnet (DILLING, 247) und stellt im aktuellen „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (DSM-IV) der American Psychiatric Assocation keine eigene Kategorie mehr dar, sondern ist in die Restkategorie „Nicht Näher Bezeichnete Paraphilie" eingereiht worden. Diese Kategorie enthält Paraphilien, die „seltener vorkommen". (DSM-IV, 593) Im DSM-III tauchte die Zooerasterie, die im ICD „Sodomie" und im DSM „Zoophilie" genannt wird, noch spezifisch auf. Danach führte ein Nachforschen in den umfangreichen Unterlagen von Tausenden von Menschen, die vom Kinsey-Institut zwischen 1938 und 1963 interviewt worden waren, zu 96 Fällen, in denen über intensive sexuelle Aktionen mit Tieren berichtet worden war. Aber in keinem Fall war der Kontakt mit Tieren oder die Vorstellung davon die bevorzugte Form für das Erreichen sexueller Erregung. (SPITZER, 211) Schon Krafft-Ebing hatte sich gewundert: „Auffällig erscheint die große Seltenheit der Fälle wirklicher Zooerasterie." Als Grund dafür vermutete er damals die „Leichtigkeit, mit der sie verborgen bleiben." (KRAFFT-EBING, 426) 6 Gesellschaftliche Rezeption Während der heutigen Menschheit der sexuelle Kontakt mit Tieren als eine besonders abwegige und seltsame Triebabweichung erscheint, dürfte sie in früheren Epochen menschlicher Kultur ein keineswegs so besonderes Vorkommnis gewesen sein. Dafür sprechen zum Beispiel die Mythen des alten Ägypten und Indien sowie der Antike. (HARTWICH, 63) Aus vielen Kulturen ist der Glaube bekannt, daß sich Menschen in Tiere verwandeln könnten. Hierbei ist ein starkes sexuelles Element wirksam. So glaubte man noch im Mittelalter an „Wolfsmenschen" („Lykanthropen"), die bei dem Koitus mit Wölfinnen größere Lust verspürten als ein Mann je in dem Vereinigen mit einer Frau verspüren könne. (BORNEMANN, 465) Tiere werden in Mythologie und Folklore zudem als Genitalsymbole verwendet, etwa der Fisch, die Schnecke, die Maus (der Genitalbehaarung wegen) und die Schlange, das bedeutsamste Symbol des männlichen Gliedes. (FREUD, Traumdeutung, 351) Viele Rituale und Kulte der frühen Religionen bestanden aus dem Koitus mit „heiligen Tieren". Beispielsweise waren die Schlangen des Äskulap im griechischen Äskulapkult Schlangen, die Frauen in Tempeln zur geschlechtlichen Vereinigung benutzten. Das Verehren des Bocks von Mendes im Osiriskult des alten Ägypten bestand in der sexuellen Paarung von gläubigen Frauen mit dem heiligen Tier. Alle Totemkulte gehen auf das Konzept eines tierischen Urahns zurück. Deshalb steht am Anfang vieler Mythen die Paarung von Mensch und Tier. Fabeltiere der Urreligionen (wie Mesopotamien, Ägypten, Hellas), die halb Mensch, halb Tier waren, müssen als „Abkömmlinge" sexueller Paarungen von Mensch und Tier verstanden werden. (BORNEMANN, 880) Mythologische Paare sind beispielsweise: Leda - Schwan, Ganymed - Adler, Europa - Stier, Semiramis - Pferd. (HÖGE) Bei den Griechen galten viele der Zwitterwesen als Halbgötter. Nur selten begleitete man das Konzept einer solchen Paarung mit einem Bewußtsein der Sünde. In der mittelalterlichen Welt dagegen bezeugen solche Kreuzungen - der Werwolf (halb Wolf, halb Mensch); der Vampir (halb Fledermaus, halb Mensch) - das schlechte Gewissen nach dem Paaren mit dem Tier. (BORNEMANN, 881) Den sogenannten Hexen wurde vorgeworfen, sie würden Geschlechtsverkehr mit Ziegenböcken praktizieren. (BORNEMANN, 879) Vor der Aufklärung wurde sexueller Tierkontakt als Frevel wider den göttlichen Schöpfungsplan denunziert. Seit Kant, der dafür die Todesstrafe forderte, sah man dabei vor allem „die Menschenwürde gröblich verletzt". Ab dem 12. Jahrhundert wurde der sexuelle Tierkontakt auch strafrechtlich verfolgt. (HÖGE) Bis ins 18. Jahrhundert wird sexueller Tierkontakt als todeswürdiges Handeln definiert. (ARNOLD, 2096) Indes auch für die Tiere, die gemeinsam mit dem Delinquenten exekutiert wurden. Noch 1771 wurden in Paris sogar alle „Schoßhündchen" beschlagnahmt und am 25. Mai des Jahres auf dem Place de Grève verbrannt. (MASSEN, 157) Eine berühmte Ausnahme ist ein bekannter, aber recht unterschiedlich zitierter Ausspruch Friedrichs II. aus dem 18. Jahrhundert. Der Preußenkönig verurteilte einen Kavalleristen, der mit einer Stute sexuellen Kontakt hatte, nicht mehr zum Tode: „Der Kerl ist ein Schwein und soll unter die Infanterie gesteckt werden." (zitiert nach KRAFFT-EBING, 422) „Elemente archaischer Erinnerungen an tatsächliche Kopulationen von Mensch und Tier enthält noch heute der Wunsch des Masochisten, von seiner Herrin als Tier behandelt zu werden." (BORNEMANN, 881) Die drei berühmtesten Fälle von Geschlechtsverkehr mit Tieren werden aus dem 16. Jahrhundert berichtet, wo dem italienischen General Giorgio Basta und den Herzögen von Nemours und Nevers der Geschlechtsverkehr mit Ziegen vorgeworfen wurde. Dem General sagte man nach, er habe als Mätresse eine Ziege, die prunkvoll mit Schmuck wie eine Kurtisane ausgestattet sei. Dem Herzog von Nemours und seinen italienischen Söldnern warfen die Franzosen vor, ihr Lebenswandel sei so pervertiert gewesen, daß die Bauern überall dort, wo sie durchgezogen seien, sich gezwungen gesehen hätten, alle Ziegen zu verbrennen. Louis de Gonzague, Herzog von Nevers, soll auf seinen Feldzügen zweitausend Ziegen mitgeführt haben, die mit Überwürfen aus grünem Samt und großen goldenen Borten bekleidet waren. D'Artagnan sagt: „Sie dienten sowohl den Soldaten als auch ihm selbst als Mätressen." (BORNEMANN, 880) ... >>> weiter (u. a. zu den Kapiteln "Diagnostische Kriterien", "Ursachen" und "Folgen" sowie Literaturliste)
Literaturauswahl:
(c)
Frank Rosenbauer
Kommentar von "H +
M", 02.10.09:
Ich möchte Ihren Artikel nicht in Frage stellen, keineswegs, aber es gibt
einige Punkte die aus Sicht der „Betroffenen“ berücksichtigt werden sollten.
An anderer Stelle fehlt der eine oder andere Hinweis.
Vorab jedoch möchte ich meine persönliche Einstellung zu den „sexuellen
Störungen“ kundtun.
Wissenschaftlich mag es differenzierbar sein, aber als sexuelle Störung
sehen wir Menschen das an was in der jeweiligen Gesellschaft auf
Unverständnis trifft.
Was ist eigentlich Sexualität? Das Bedürfnis nach Befriedigung? Der Wunsch
nach körperlicher Nähe? Ist Sexualität nur Sexualität wenn sie unter
Artgenossen stattfindet? Oder ist Sexualität ein Teil der Evolution? Und
sind wir Menschen nicht auch nur Tiere, die vielleicht denken können aber
dennoch Urtriebe haben? Und das wir Menschen Tiere sind, von der übelsten
Sorte, zeigt uns das worldwideweb alltäglich.
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Unter Absatz: Fachsprachlich
In diesem Absatz fehlen die wichtigen Definitionen für folgende
Sachverhalte:
Ausleben der eigenen Wunschtrauma durch andere, meist die Partnerin.
Unterwürfigkeit dem Tier gegenüber bzw. in der SM Szene dem Master (sorry
diese Teildefinition habe ich finden können). Der Reiz gegen die
„gesellschaftlichen Regeln „ zu verstoßen, nur mal als Beispiele aufgeführt.
In der „Szene“ unterscheidet man nicht so wissenschaftlich, sondern nutzt
den Begriff Bestiality, jedoch nicht für bestialisch oder grausam sondern
als Oberbegriff für den Sex mit Tieren.
Unterschieden wir dann meist nur noch zwischen Menschen die ein Tier als
Objekt betrachten und behandeln und jenen die gemeinsam mit dem Tier erleben
(dazu später mehr), also Beastys und Zoos.
Unter 3. 2 Tiere. Ich möchte vor meinen Statements bemerken, das wir seit
Jahren in der Szene befindlich sind, daher nur aus eigenen Erfahrungen
berichten können, hunderte Menschen und dutzende Tiere kennengelernt haben,
wobei der Schwerpunkt bei Hunden und Pferden liegt.
Auch sind wir keine Freunde davon, weibliche Tiere einzubeziehen, denn
erstens können jene sich nicht äußern über Gefallen oder Ablehnung der
Handlungen, zum anderen können bei der Hündin z. B. Scheinschwangerschaften
entstehen die oft tödlich sind fürs Tier. (Es gibt Hündinnen die in ihrem
Herrchen ihren Leithund sehen und durchaus den Akt als Deckakt verstehen.
So was lehnen wir generell ab in unserem Bekanntenkreis.
Die gesuchte Kurzhaarigkeit hat meist andere Gründe als der Geruch, der von
den Zoos als Natürlichkeit empfunden wird. Meist zumindest.
Für manche Frauen ist es die Möglichkeit besser den Genitalbereich zur
Luststeigerung einsehen zu können. Meine Frau z. B. findet lange Haare auf
dem Rücken fühlend „ekelig“.
Kleine Rüden sind nicht „eher selten“, sondern sind für junge Frauen und
jenen Damen die den Wunsch hegen mit einem Hund zu verkehren genauso
empfehlenswert wie für sehr schmal gebaute Frauen, denn der erigierte
Penisschaft (Knoten) kann auch bei kleinen Hunden eine enorme Größe
erreichen und soll Lust keinen Schmerz bereiten, obwohl eine gewisse Pain
bei der einen oder anderen Dame gerne als erektionsfördernd angesehen wird.
Größere Rüden bedürfen je nach Rasse, Dominanzverhalten, Größe des Genitals
eher erfahrene Frauen (Mütter, ältere Damen) die aufnahmefähiger sind.
3. 3. Ebenso häufig wie Oralverkehr wird auch der Koitus ausgeführt. Aber
von meist alleinstehenden Menschen die vermerkt haben das ein ungezügeltes
Tier kaum zu händeln ist
Bei Paaren oder jenen Damen die sich den Umgang zutrauen oder durch Versuche
eine gewisse Übung erlangt haben, steht der Koitus im Vordergrund, da die
raue Zunge des Tieres sehr schnell eine Überempfindlichkeit hervorruft die
schon mal 1-2 Tage anhält. Je nachdem wäre es mir persönlich aus
Hygienischen Gründen auch lieber. Eine Hundezunge kann kurz vorher noch für
Menschen unangenehmes berührt haben, während das Glied selbstreinigend im
„Etui" verweilt.
Zu (Massen 35). Wir haben etwa 2 Dutzend Rüden kennengelernt die ihren
ersten Deckakt mit einer Frau vollzogen. Da bedurfte es keinem Training,
sondern Urinstinkt des Tieres und Unterwerfungsverhalten der Frauen. Oder
ein Katz und Maus Spiel (Du kriegst mich nicht, geh weg… du darfst… geh weg,
ich lass dich nicht), welches das Tier soweit reizt dass es zum Eroberer
wird.
Zu 5
Hier wird sich sehr getäuscht. Es gibt sogenannte „Informationsabende unter
Gleichgesinnten „bei denen es zu „ Vorführungen kommt“ Diese dienen den
Interessenten nicht nur dem Kontaktaufbau, auch das richtige tun oder
„decken lassen“ will erlernt sein. Denn bei allem gilt für Zoos, kein Zwang
für niemanden auch nicht fürs Tier. Und erst recht möglichst Zetagetreu
vollzogen. Des Weiteren gibt es Regeln für Häufigkeit, Vorbereitungen etc.
um Wesenskonflikte oder unangenehme Situationen zu vermeiden.
Das Klientel ist in allen Klassen zu finden. Wir selber kennen
Schlossbesitzer, Ingenieure, PR-Manager, Firmeninhaber, Architekten die den
Reiz beim Tier finden, bzw. deren Partnerin.
Auch das Alter spielt überhaupt keine Rolle, wir erlebten eine 73 Jährige
die sich vor kurzem mehrfach an einem Abend hat „decken“ lassen.
Gäste (Mädels) von 18 an aufwärts sind häufig, und nur ganz selten ist da
jemand bei der an ihrem Aussehen zu mäkeln hätte. Das ist ein Irrglaube aus
vergangener Zeit.
Zudem ist die gelebte freizügige Sexualität der Gesellschaft eine Grund
dafür das immer mehr junge Menschen es probieren. Wir haben mit jungen
Frauen gesprochen, die bereits mit 12, 14 und 17 ihre ersten Erfahrungen
hatten. Allein zuhause, ein Familienmitglied auf vier Pfoten (schon lange
keine Gebrauchstiere mehr), der einen nicht verraten kann. Etwas Neugierde
und schon wird getestet.
Eine Prostitution gibt es auch, aber aus unterschiedlichen Gründen, nicht
allein des Geldes wegen.
Eine Vermarktung von Film und Foto z. B. deren Erlös an Tierheime gespendet
wird ist auch Prostitution. Vom freiwilligen Deckakt zur Hilfe von
Artgenossen, klingt komisch, ist aber zugegen.
6.
Öffentlichkeit. Wir mussten erkennen dass unser Sohn davon erfuhr, nach
verbaler Einsicht in das Handeln akzeptierte er unser Tun als Tierliebend
und nicht missbrauchend. Ein Großteil des Freundeskreises war zuerst
schockiert aber nach Aufklärung wirds akzeptiert.
Eine Konfrontation mit der Gesellschaft würde sehr schnell den Sprunghaften
Anstieg der sich outenden finden. Medien die diese Thematik eher abwertend
behandeln (neulich Akte 1 in Sat 1) sorgen so für ein Angstgefühl bei den
“Betroffenen“, was wiederum zur Verheimlichung führt, somit zu unsachgemäßen
Handlungen führt die den Tieren Leid bedeutet bzw. unangenehm sind. Ein
Verbannen der Thematik birgt mehr Unheil für das Tier als eine vernünftige
Diskussion.
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